Gedanken – heiss, fettig, lecker!

Ralf Borlinghaus und Thomas Schulz

Ralf Borlinghaus und Thomas Schulz. Zwei Unternehmer, Philosoph der eine und Rechtsanwalt der andere, starten diesen Blog mit der Idee, Ihnen kleine Geschenke zu machen. Für zwischendurch. Mit klugen Fast-Food-Gedanken. In kleinen Portionen, manchmal schwer verdaulich, aber immer lecker mit direktem Zugang zur Seele. Unser Ziel ist Ihre Inspiration. Wöchentlich frisch zubereitet!

Greif Dir eine Portion und gib Deinen Senf dazu!

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Was, wenn Demokraten zu Demokretins mutieren?

ROT: Ich sag's dir: Die Demokratie geht vor die Hunde.

WEISS: Bitte nicht so defätistisch.

ROT: Populisten! - wohin das Auge blickt! Warum sehnen sich mehr und mehr Menschen nach starken Führern? Was haben wir falsch gemacht? Waren wir nicht fast sicher, dass mit dem Ende des kalten Krieges und dem umfassenden Sieg der Demokratie das Ende der Geschichte begonnen hatte?

Der Wolf im Schafspelz

WEISS: Das haben die antiken Griechen nach dem Sieg über die tyrannischen Perser sicherlich auch gedacht. Die attischen Demokratien wurden jedoch nach langen Phasen der Selbst-Zerfleischung von dem Königtum Mazedonien und Alexander dem Großen sang- und klanglos übernommen. Auch die stolze römische Republik verendete zuletzt in den Fängen der Cäsaren. Bis zur Morgenröte der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und der demokratischen Renaissance  1776 dauerte es dann noch finstere 1800 Jahre.

ROT: Du meinst, dass unsere vielgepriesene Demokratie auch nur eine vorübergehende Erscheinung ist?

WEISS: Wir sind derzeit Zeugen eines spannenden Systemwettbewerbs: westliche Demokratien hüben - chinesischer Staatskapitalismus drüben. Und mal ganz ehrlich: Der Westen macht in diesem Beauty Contest gerade nicht die allerbeste Figur.

ROT: Das stimmt leider. Doch während die Amerikaner die Gefahr erkannt haben und sich dieser geostrategisch zu stellen versuchen, zerlegen wir Europäer uns derweil selbst.

WEISS: Die Leute spüren, dass die Demokratie ein Effizienzproblem hat, das angesichts der Komplexität der vielen Probleme, die es zu lösen gilt, immer deutlicher zutage tritt. Da wünscht man sich eben einen Kapitän, der das Staatsschiff souverän und kompetent durch die Krisen steuert.

ROT: Kein Wunder, dass sich auf See und in der Luft der Parlamentarismus nie durchgesetzt hat.

WEISS: Andererseits können nicht nur die Chinesen ein Lied davon singen, wohin es führt, wenn große Steuermänner dem Wahnsinn verfallen.

ROT: Dann hat Winston Churchill doch Recht, wenn er sagt: Democracy is the worst form of government - except all those other forms that have been tried from time to time.

WEISS: Das macht den Systemwettbewerb ja gerade so spannend: Der Staatskapitalismus braucht einen klugen Führer, die Demokratie ein kluges Volk. Was aber, wenn die Demokraten zu Demokretins mutieren?

Lasst's Euch schmecken! (Gebt gerne Euren Senf dazu.)
LG Ralf & Thomas

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