Keine Angst! – Das bringt dich nicht um

ROT: Wir Menschen sind doch merkwürdig programmiert. Meistens ist doch die Angst vor dem Zahnarzt peinvoller als der Zahnarztbesuch selbst. Wahrscheinlich ist es beim Tod genau so.

Keine Angst!

WEISS: Ja, meistens wird heißer gekocht als gegessen. Von diesem Faktum leben die Versicherungen genau so gut wie die Religionen.

ROT: Evolutionsbiologisch macht Angst durchaus Sinn: Man kann sie als eine mehr oder weniger sensibel eingestellte Alarmanlage verstehen, die uns vor den verschiedensten Gefahren warnt und bewahrt.

WEISS: Der feine Unterschied: Das Gefühl Angst ist bereits eine Alarmanlage im Alarmzustand. Dummerweise handelt es sich dabei meistens um einen Fehlalarm. Dann erweist sich Angst als ebenso unerträglich wie das penetrante Piepen eines Rauchmelders, der lediglich signalisiert, dass er eine neue Batterie benötigt.

ROT: Für mich ist Angst wie ein kläffender, schlecht erzogener Hofhund, der ständig bezähmt und gefüttert werden will: mit Versicherungspolicen, mit Vorhängeschlössern,  mit Misstrauen aller Art, und am Ende wird man seiner doch nicht Herr. Ab ins Tierheim mit ihm!

WEISS: Ja - Angst ist ganz offensichtlich ein schlechter Hofhund. Doch deinen Hof gänzlich unbewacht lassen willst du doch nicht? Wie wäre es mit der Vorsicht als von der Vernunft gezähmte Angst. Ihr sollten wir den Wachdienst anvertrauen.

ROT: Damit bezwingen wir vielleicht die Furcht vor dem Zahnarztbesuch . Doch alle Vorsicht bewahrt uns nicht vor dem Tod. Wie werden wir zuletzt auch unsere Todesangst los?

WEISS: Ein weiser Mensch hat einmal folgende Geschichte erzählt:

Zwei Zwillinge lebten bereits seit Monaten zusammen im wohlig warmen Bauch ihrer Mutter und genossen eine heitere und unbeschwerte Zeit. Doch je mehr sie ihrem Ende entgegen wuchsen desto enger wurde ihnen ums Herz. Schließlich konnte der eine Zwilling seine Angst nicht mehr verbergen und fragte den anderen: Sag mal, glaubst du an ein Leben nach der Geburt?

Wir wissen, dass es ein Leben nach der Geburt gibt. Warum nicht auch eins nach dem Tod? Dort, wo der Verstand mit seiner Vorsicht nicht mehr hinreicht, muss er sich zur Weisheit steigern.

Lasst's Euch schmecken! (Gebt gerne Euren Senf dazu.)
LG Ralf & Thomas

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Kommentare:4

Georg

Klaro – Weisheit ist ja einfach:

„Ein Weiser umklammert einen Baum und fragt seinen Schüler: was muss ich machen, damit der Baum mich loslässt?“

Nur leider kann der Geist nicht immer über alle Körperfunktionen (oder Denkmuster) frei bestimmen. Als ich beim Sport mal einen Krampf hatte, meinte auch so ein „Weiser“:

„Entspann Dich doch einfach….“

😎

Ralf

Angstfreiheit kann man lernen. Und dabei spielen Verstand/ Vernuft/ Geist schon eine entscheidende Rolle.

: jo

Der Glaube an ein Leben nach dem Tod hat schon genug angerichtet.
Mit Himmel und Hölle wurde die Menschen wie Zitronen ausgequetscht.
Das Wenige was Sie besaßen, wurde Ihnen mit Hilfe dieses Glaubens genommen.
Und heute noch glauben Selbstmord-Attentäter an diesen Unfug.

Im nächsten Leben wird alles besser, im nächsten Leben mach ich alles anders.
Ja, wer es glaubt wird selig.
Das sollte man lieber zu Lebzeiten versuchen.

Angst kann aber auch sehr real sein.
Wenn Dir die Bomben Tag und Nacht um die Ohren fliegen, Du nicht weißt ob Du morgen etwas zu Essen für Deine Familie hast oder Dir Dein Arzt gerade mitgeteilt hat, dass Du Krebs hast,
dann ist das so eine Sache mit dem Erlernen der Angstfreiheit.

Ralf Borlinghaus

Der Staat gewordene Atheismus in Form von Kommunismus (Stalin, Mao) und Faschismus (Hitler) zeigt in letzter Konsequenz die Folgen einer reinen Diesseitigkeit. Der Westen mit seinem demokratischen Humanismus gründet auf dem Christentum, auch wenn er die Erinnerung an seine Herkunft zu vergessen im Begriff ist. Ohne das Mitdenken einer Transzendenz steht der Humanismus immer auf tönernen Füßen.

Das Erlernen von Angstfreiheit ist eine Lebensaufgabe, wie uns der Psalmist (90,12) lehrt: Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden…